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Geschichte der Produktion von Messern der Marke Mikov

Der Ort, an welchem die Messerindustrie in Böhmen seinen
Anfang hat, ist unbestritten Mikulášovice.
Dieser kleine Grenzort liegt im nördlichsten Teil unseres Landes, im
Šluknover Ausläufer. Mikulášovice wurde am 1. Februar des Jahres
1916 von Franz Josef I. zur Stadt erhoben.
Die Produzenten von Messern und Scheren von Mikulášovice waren
bereits im 18. Jahrhundert in Mittel- und teilweise auch in Westeuropa
bekannt. Sie stellten Messer aller Arten und Formen her, Hirschfänger,
Degen, Säbel, Rasierklingen chirurgischer und anderer spezieller
Instrumente. Die Messerschmiede war damals ein sehr geachtetes
Handwerk und weil es wenige Messerschmiedebetriebe gab, war es
auch ein gut prosperierendes Handwerk.
Die Blüte des Messerschmiedehandwerks in Mikulášovice brachte
im Jahre 1794 der ortsansässige, unternehmerische Geschäftsmann
Ignaz Rösler mit der Gründung der ersten Fabrik zur Herstellung von
Messern. In dieser Fabrik arbeiteten zu Beginn hundert Mitarbeiter,
aber bereits im Jahre 1819 war deren Anzahl doppelt so groß. Die wirtschaftlichen
Erfolge dieser Fabrik führten die anderen Einwohner zur
Gründung weiterer Messerschmiedeunternehmen und Behelfsgewerbebetrieben
und nach kurzer Zeit war ein Großteil der Einwohner von
Mikulášovice und auch der Einwohner der Umgebung arbeitsmäßig
in die Messerproduktion eingebunden. Man begann die Einwohner
von Mikulášovice als „Böhmisch Solingen" zu bezeichnen. Die größte
Blütezeit erzielte das Messerschmiedegewerbe in Mikulášovice vor
dem ersten Weltkrieg und danach. Es entstand hier der Verband der
Messerindustrie, welcher vier ein halb Tausend Mitarbeiter zählte.
Während des zweiten Weltkrieges wurde Mikulášovice Bestandteil
des III. Reiches. Die Produktion wurde Militärzwecken angepasst und
eingeschränkt. Diese Situation dauerte bis zum Jahre 1946, in welchem
die traditionelle Produktion wieder in Gang gebracht wurde.
Im Jahre 1948 entstanden zwei nationale Unternehmen und zwar Kohi-
noor Mikulášovice und Sandrik Mikulášovice. Die Messerproduktion
konzentrierte sich auf den Betrieb Sandrik und bei Koh-i-noor wurde
Bürobedarf produziert (bekannt unter der Marke KIN). Im Jahre 1955
kam es zur Fusionierung beider Betriebe in ein nationales Unternehmen
- die Metallindustrie von Mikulášovice mit dem Firmenzeichen
MIKOV. Als Haupt-Bauprogramm blieben weiterhin die Messerartikel
und der Bürobedarf.
Durch die Zentralisierung der Produktion und die Modernisierung
der Produktionsabläufe kam es zu einem hohen Anstieg und zur
Qualitätsverbesserung der Produktion. Man begann eine neue Art der
warmen Verarbeitung von Metall lt. dem tschechoslowakischen Patent
MARTFROST einzusetzen - ein tiefes Einfrieren der Messerklingen nach
dem Härten. Den Mitarbeitern von MIKOV gelang das Schneiden von
Stahl über größere Stärken als einer der ersten in der Tschechoslowakei.
Weiterhin wurden einige händische Arbeitsoperationen (z. B. das
Polieren) durch neue Methoden unter Einsatz von Maschinen ersetzt.
Die ansteigende Produktion von Messern und Bürobedarf ermöglichte
die Entstehung weiterer Betriebe auch in anderen Städten- Benešov
nad Plouènicí, Èeská Lípa, Slaný, Most, Lipová.
Die Produkte von MIKOV und KIN wurden in dieser Zeit mittels der
Firmen Merkuria und Pragoexport mit Erfolg in 120 Länder und
Territorien der Welt exportiert.
Ab Jahre 1989 bis zum Jahre 1994 kam es zur stufenweisen Verselbständigung
der Betriebe in den einzelnen Städten. In Mikulášovice
verblieb auch weiterhin das Hauptproduktionsprogramm der Produktion
von Messern MIKOV und Bürobedarf KIN.
Im Jahr 2005 kaufte die Firma Mikov die Herstellungstechnologie der
Messer - ADLER MESSER von der Firma Adler Messer GmbH inklusive
der Benutzerrechte des Logos ADLER MESSER und auch der Webseiten
www.adler-messer.de und setzt ohne Unterbrechung die Produktion
des ganzen Sortiments dieser Messer fort, die vorallem sehr beliebt in
Deutschland sind.
Die derzeitige Gesellschaft Mikov s.r.o. knüpft heute an die langjährige
Tradition der Herstellung von hochwertigen Messer und Büroartikeln
und setzt ihre breite Produktpalette nicht nur im Inland, sondern auch in
ganz Europa und Übersee ab.
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